Das Bild dieses Beitrags zeigt eine Rotfärberei mit dem Hängiturm an dem rote Tücher zum Trocknen aufgehängt wurden. Während der Stadtführung in Uster kommen Sie auch an einem solchen Turm vorbei, der aber zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Auf Fotos aus der letzten Dekade des 19. Jahrhunderts ist aber noch die ursprüngliche Holzkonstruktion sichtbar.
In der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts sind in Zürich verschiedene Stoffdruckereien und Färbereien nachweisbar. Diese produzierten sogenannte Indienne und Persiennes: Farbig bedruckte Baumwollgewebe nach «indischer» oder «persischer» Art.
Zu diesen Kattundruckerein und die Färberei vgl. A. Bürkli, Zürichs Indiennemanufaktur und Türkischrotfärberei in früherer Zeit (Zürcher Taschenbuch auf das Jahr 1881) und A. Jenny-Trümpy, Handel und Industrie des Kantons Glarus, II. Teil. (Jahrbuch des Hist. Vereins des Kantons Glarus Heft 34 (1920), S. 214ff.).
Eine der ersten Druckereien war die Firma Römer und Kitt, die mit einem aus Holland stammenden Färber als erste eine derartige Fabrikation betrieben. Seit 1714 ist auch ein Rudolf Zimmermann und seit 1720 ein Kaspar Holzhalb und David Esslinger in diesem Manufakturgewerbe unterwegs. Im Jahr 1726 stossen auch Heinrich Rordorf und David Stadler in die Färberei und Druckerei vor.
Die Manufakturen befanden sich ausserhalb der Stadt an der Limmat (Hard). Sie benötigen das Flusswasser teils für eine «Mechanisierung» der Prozesse (Pressen/Kalandrieren) aber auch um Gewebe nach dem Druck auszuwaschen. Die Druckerei Esslinger nutzt bereits zwei grosse Wasserräder. In diesen Druckereien waren bereits Hundertschaften von Arbeitern angestellt.
Spätestens 1775 gründen weitere Unternehmer in Winterthur eine Textilhandelsfirma sowie um 1780 eine Indiennedruckerei. Es entstehen auch einige Rotfärbereien (Bild: Aadorf). Diese färben mit dem roten Farbstoff aus der Krappwurzel.
Die Geschichte der Textilindustrie in Zürich beginnt mit dem Textildruck. Sie muss vom Endprodukt – dem farbigen Stoff für einen Weltmarkt – erzählt werden. Die Nachfrage nach Modestoffen diktierte die Industrie.


